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Türkei Urlaub - das gefährdete Mittelmeer Paradies

Das Mittelmeer ist für seine zahlreichen Anrainerstaaten von wesentlicher wirtschaftlicher Bedeutung. Vor allem die Fischerei und der Tourismus profitieren vom Mittelmeer. Für den Tourismus ist das Mittelmeer eine wahre Goldgrube. Dies hat mehrere Gründe. Zunächst einmal die Küstenlinie des Mittelmeeres, die zu weiten Teilen aus herrlichen Sandstränden besteht. Des Weiteren liegt das Mittelmeer in einer klimatisch attraktiven Region. Allein an der türkischen Riviera gibt es jährlich über 300 Sonnentage! Hinzu kommt, dass das Mittelmeer für Segler, Yachten und Wassersport im allgemeinen sehr attraktiv ist. Dies liegt daran, dass die Intensität der Gezeiten und der Strömungen im Mittelmeer vergleichsweise schwach ausgeprägt ist. Kein Wunder, denn das Mittelmeer ist ja schon fast ein Binnenmeer (in sich geschlossenes Meer). Nicht zu unterschätzen sind auch die optischen Attribute des Mittelmeers. An die goldenen Strände schmiegt sich strahlend blaues Wasser! Dies lockt immer wieder zahlreiche Touristen. Die Cote d´ Azur verdankt dieser Optik sogar ihren Namen als azurblaue Küste.

Doch galt das Mittelmeer nicht lange Zeit als eines der am meisten belasteten Gewässer der Welt? Leider ist es das immer noch. Das herrliche Blau des Wassers ist leider keineswegs ein Indikator für Reinheit, sondern ein Effekt, den der strahlend blaue Himmel erzeugt. Noch immer ist das Mittelmeer stark verschmutzt. Dies liegt vor allem daran, dass das Mittelmeer so viele Anrainer (anliegende Staaten) um sich hat und mit entsprechend vielen wirtschaftlichen Interessen in Konflikt kommt. Die Strände und Küsten des Mittelmeers sind zwar größtenteils sauber gehalten, weil sie entsprechend geschützt werden. Schließlich möchte niemand in gekipptem Wasser baden gehen. Allerdings hilft dies dem Mittelmeer insgesamt wenig.

Immerhin haben die Anrainer, auch die Türkei, erkannt, dass den Verschmutzungen des Mittelmeeres Einhalt zu gebieten ist. Seit 1975 kam es zu sechs Konferenzen, an denen tendenziell immer mehr Anrainer teilnahmen. Man einigte sich darauf nicht länger ungeklärte Abwässer ins Mittelmeer zu leiten, was den Bau von Kläranlagen an den Küsten mit sich brachte. Ferner stellte man zahlreiche Küstenregionen unter Schutz, um den Tourismus nicht zu schmälern und es wurde verboten gefährliche Stoffe im Meer zu versenken.

Doch noch immer hat das Mittelmeer mit großen Verunreinigungen zu kämpfen und die Symptome sind vielfältig. Die Tiefenwasser des Mittelmeers haben sich in den vergangenen 40 Jahren um 0,13 grad erwärmt, wie Messungen ergaben. Das klingt zwar wenig spektakulär, ist aber für einen solch geologisch kurzen Zeitraum viel zu viel! Zudem hat sich der Salzgehalt des Wassers in den letzten Jahren stärker konzentriert. Dies liegt an der Ausdunstung des Mittelmeeres (der Meeresspiegel liegt dadurch unterhalb dem des Atlantiks). Die Ausdunstung für sich allein genommen ist nicht das Problem, da sie beim Mittelmeer natürlich ist. Das Problem liegt darin, dass die Süßwasserzufuhr ins Mittelmeer durch den Bau mehrerer Staudämme gemindert wurde. Die Folge ist der Anstieg der Salzkonzentration, wodurch es zu Veränderungen der Dichte im Wasser und letztlich zur Veränderungen der Meeresströmungen kommt. Dies wiederum (die Veränderungen der Meeresströmungen) beeinflusst das Klima.

Ein weiters Problem stellt die so genannte Eutrophierung dar. Dies bedeutet eine übermäßige Zufuhr von anorganischen Nährstoffen (wie Phosphor oder Stickstoffverbindungen) in die Gewässer des Mittelmeeres, was meistens durch Abfälle aus Landwirtschaft und Industrie begünstigt wird. Dies bewirkt ein übermäßiges Wachstum der Algen, wodurch das biologische Gleichgewicht bedeutsam gestört wird. Weitere Verschlimmerung dieses Problems rührt von der Überfischung her. Die Überfischung ist ein Irrsinn, der gegenwärtig in allen Weltmeeren große Schäden anrichtet. Im Mittelmeer wurden die hiesigen Thunfischarten bereits an den Rande der Vernichtung getrieben – und es wird munter weitergemacht wie bisher! Konsequente Urlauber sollten also auf Thunfisch verzichten.

Unfälle von Öltankern sind im Mittelmeer dankenswerterweise höchst selten. Jedoch kommt es immer wieder vor, dass Öltanker verbotenerweise ihre Tanks auf dem offen Meer reinigen. Die Ölschäden, die im Mittelmeer daraus resultieren, entsprechen jährlich mehreren Ölkatastrophen durch Unfälle, wie ein unabhängiges Forschungsinstitut herausfand.

Ein weithin unterschätztes – weil weniger augenscheinliches – Problem besteht in der Belastung durch feste Abfälle. Vier Fünftel aller Abfälle an den Küsten gelangen erwiesenermaßen ins Meer. Das fängt bei der Zigarettenkippe an und hört beim Müllbeutel auf. Hier kann jeder Urlauber Verantwortung für sich und seine Nächsten übernehmen und sein Abfälle angemessen Entsorgen. Viele sehen einfach nicht die Konsequenz ihres Handelns, wenn die ach so kleine Zigarettenkippe ins ach so große Meer gelangen sollte. Dies ist jedoch ein Trugschluss! Der Müll braucht vielleicht nur wenige Tage oder Wochen, um die tieferen Gefilde des Mittelmeers zu erreichen. Es dauert jedoch zum Teil Jahrhunderte, bis diese Abfälle wieder abgebaut werden! Hier ist also jeder Badeurlauber selbst gefragt, denn wo er sein Anrecht darauf wahrnimmt zu baden, müssen andere Lebewesen ihr ganzes Leben fristen. Man denke doch bitte an sie, wenn man im Urlaub die Küsten der türkischen Riviera genießt.


 

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